[Interview] Kennen Sie schon … Marie Graßhoff? – TEIL 2

Gestern habe ich euch eine ziemlich nette Dame vorgestellt, die ein über 800 Seiten dickes Buch heraus gebracht hat! Die Fragen für den zweiten Teil werde ich jetzt ohne großes Trara der Menschheit zeigen 🙂 Viel Spaß!

Deine Geschichten sind sehr eigen, „philosophisch“ und zum Nachdenken anregend. Brauchst du selber lange um diesen Effekt zu kreieren oder liegen dir die passenden Worte meistens schon im Kopf?

Eine sehr gute Frage! Aber im Grunde geht es mir leicht von der Hand. Ich glaube, da kommt vor allem durch, dass ich meine „Karriere“ mit dem Schreiben von Gedichten begonnen habe. Aber irgendwann wurden die nachdenklichen und lyrischen Phrasen, die ich in meinen Gedichten einbringen wollte, einfach zu umfassend – und so habe ich sie in meine Romane einfließen lassen.

Deswegen geht es mir ganz leicht von der Hand. Denn genau diese nachdenklichen Gedanken sind das, was mich den ganzen Tag über beschäftigt.

Worüber würdest du gerne einmal schreiben, traust es dich aktuell aber nicht?

Hm, da fällt mir ehrlich gesagt nichts ein. Ich liebe es, beim Schreiben (und Planen meiner kommenden Romane) immer wieder meine eigenen Grenzen zu überschreiten und mich in Bereiche vorzutasten, die mir bisher noch unbekannt sind. „Nicht trauen“ gibt es dabei nicht. Es gibt zukünftige Projekte, vor denen ich schon ein wenig Angst habe, weil ich befürchte, ihnen noch nicht ganz gewachsen zu sein. Aber ich werde mich trotzdem an sie heranwagen. Denn ich weiß, wenn ich mit Leidenschaft rangehe, dann kann es was werden.

Also: Wenn ich etwas schreiben möchte, dann schreibe ich es auch! 🙂

Wovon lässt du dich am meisten während des Schreibens ablenken? Was ist dein Must-Have für Schreibsessions?

Also wenn ich Zeit zum Prokrastinieren habe, dann lasse ich mich natürlich gern mal vom Internet ablenken. Denn gerade, wenn ich recherchiere, verliere ich mich gern mal in den Seiten, die ich dafür durchstöbere (immerhin kann Recherche auch unglaublich inspirierend sein).

Da ich inzwischen aber nur noch sehr wenig Zeit zum Schreiben habe, habe ich meinen Vorgang eigentlich ziemlich gut optimiert, sodass Ablenkungen eigentlich kein Problem mehr sind. Ich möchte die wenige Zeit, die ich habe, einfach so effizient wie möglich nutzen. Denn genau diese Zeit bedeutet mir von aller Zeit des Tages am meisten.

Meine Must-Haves für Schreibsessions sind eigentlich nur ich, mein PC und meine große Planungstabelle für Kernstaub. Auf alles andere kann ich verzichten. Ich schreibe inzwischen oft im Zug, in Cafés, an Bahnhöfen oder dergleichen. Dort mache ich es mir natürlich so bequem wie nötig, aber oft hat man in diesen Situationen keinen Luxus. Und im Grunde kann ich auch ohne alles auskommen und einfach nur losschreiben. Dazu braucht es nur ein Schreibgerät, meinen Kopf und meine Planung.

Im absoluten Optimalfall habe ich natürlich noch mehr da. Zum Beispiel zu den Schreibnächten, decke ich mich immer sehr gut mit „Luxusartikeln“ ein, um mich so richtig zu verwöhnen: Kaffee, Wein, Club Mate (ich hab gern eine große Getränkeauswahl), Chips, leichtes Essen (wenn ich zu viel esse, kann ich nicht so gut denken). Dann natürlich meine gefühlt 100 Notizbücher, Zeichenzeug, ein Kernstaub-Buch zum Nachschlagen, Kerzen, gemütliches Licht und und und.

Außerhalb des Schreibens drückst du deine Kreativität mit verrückten Haarfarben aus. Wann hast du damit angefangen und welche war bisher deine Liebste?

Wow, das ist schwer. Also ich habe im zweiten Semester meines Studiums damit begonnen. Das war 2010. Da habe ich meine Haare das erste Mal (vom Friseur) violett färben lassen. Das war ziemlich aufregend. Inzwischen habe ich schon den ganzen Regenbogen durch. Von Neongrün bis Nachtblau. Und im Grunde hatte jede dieser Farben ihre Vorzüge und ihre coolen Seiten.

Am liebsten mochte ich bisher aber meine Universums-Haarfarbe, die alle Farben beinhaltete, zu denen mich Kernstaub inspirierte. Und die Farbe, die ich jetzt habe: Silbergrau. Diese Farbe wollte ich schon, als ich noch viel jünger war als jetzt, und sie ist unter anderem am schwersten hinzubekommen. Deswegen fühle ich mich damit auch einfach total wohl.

Woran arbeitest du gerade und worauf können sich deine Leser demnächst freuen?

Ich arbeite noch immer – schon seit gefühlten Ewigkeiten – an Kernstaub Band 2: Weltasche. Dieses Buch wird so lang sein, dass ich es in zwei Teile spalten werde. Und ich habe mir vorgenommen, den ersten dieses Jahr noch zu beenden. Das ist das große Ziel, das ich hoffentlich noch erreichen werde.

Außerdem arbeite ich noch immer an einem umfassenderen Kernstaub Spin-Off, den eine Leserin bei einem Gewinnspiel gewonnen hatte. Dabei wird es um Ngaja und A’en – also die beiden Hauptpersonen aus Kernstaub – zu Zeiten vor der französischen Revolution gehen. Dafür muss ich noch einiges recherchieren, aber der Spin-Off wird am Ende nur kurz werden. Und hoffentlich innerhalb des nächsten Monats fertig werden.

Das sind die beiden Sachen, die in absehbarer Zeit von mir zu erwarten sind!

Du bastelt selbst Cover. Wie bist du so gut geworden und kannst du dir vorstellen, diese irgendwann als Dienst für andere anzubieten?

Oh, vielen Dank erst einmal für das Lob! Also ich denke, ich habe noch superviel zu lernen. Denn wirklich professionell arbeite ich noch nicht – ich meine, ich benutze Gimp und nicht mehr als mein Mousepad am Laptop. (Traurig aber wahr, ich habe nicht einmal eine Mouse. Die hole ich nur für Egoshooter raus 😛 )

Das bedeutet: Ich denke, ich habe lange genug geübt, um meinen eigenen Ansprüchen gerechter zu werden. Und um Cover schaffen zu können, die ich selbst ganz okay finde. Aber wirklich richtig komplexe Aufträge, Retuschen oder dergleichen könnte ich einfach nie leisten und vermutlich auch nicht mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln umsetzen. Deswegen kann ich mir eher nicht vorstellen, irgendwann auch einmal professionell Cover für andere Autoren zu erstellen.

Vielleicht eines Tages, wenn ich deutlich mehr Erfahrung, Ausrüstung und Können habe. Aber dieser Tag ist noch fern 😀

Den ersten Teil des Interviews findet ihr hier!

Weitere Interviews gab es mit: Jennie Jäger (Autorin), Caro Grotjahn (Autorin) , Marlon Barker (Verleger), Anna Moffey (Buchcover-Designerin) und Tinka Beere(Rezensionistin).

Zu meinem letzten Blogpostmeiner Rezension zu „Mara und der Feuerbringer).

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